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Innovations-Motor China: Was deutsche Unternehmen von chinesischer Förderpolitik und „China Speed“ lernen können

China hat den Wandel vom „Copycat“ zum Innovations-Motor vollzogen. China überholt uns in E-Mobilität, Robotik und Digitalisierung – teilweise um ganze zehn Jahre. Im „Innovation Booster Podcast“ diskutierten Christopher Nigischer und die Sinologin Alexandra Stefanov, Gründerin von China Impulse, wie sich die Innovationskultur und insbesondere die staatliche Innovationsförderung in China und Europa unterscheiden – und welche konkreten Impulse deutsche Unternehmen daraus mitnehmen sollten.

Die ganze Podcast-Folge gibt es hier: YouTube

Die Innovationskultur im Vergleich: Pragmatismus schlägt Perfektionismus

Die Innovationsansätze Chinas und Deutschlands/Europas könnten kaum unterschiedlicher sein:

Deutschland/Europa China
Ingenieurslastig & Technisch Pragmatisch & Nutzerorientiert
Perfektionismus (Erfindung von Null weg) Inkrementelle Innovation (Kombination bestehender Elemente)
Bedenkenträger (Datenschutz, Regulierung) Risikobereit (Offenheit für neue Technologien, Akzeptanz kleiner Fehler)
Lange Entwicklungszyklen „China Speed“ (schnelle Zyklen, Agilität wird gelebt)

In China dominiert das „Chabu Duo“-Mindset („ungefähr“, „passt schon“). Man bringt ein Produkt schnell als MVP (Minimum Viable Product) auf den Markt, sammelt Nutzerfeedback und entwickelt es iterativ weiter. Die Bevölkerung ist offener für neue Apps und Technologien und bereit, für mehr Komfort und Convenience kleine Risiken beim Datenschutz einzugehen.

Ein zentrales Merkmal ist auch der Umgang mit Regulierung: In China wird von staatlicher Seite aus oft zuerst entwickelt und dann später reguliert. Dies erlaubt Unternehmen größere Freiräume beim Experimentieren, auch wenn dies das Risiko einer nachfolgenden, harten Regulierungswelle mit sich bringen kann.

Innovationsförderung: Chinas Top-Down-Fokus vs. Europas Gießkanne

Die Rolle des Staates bei der Innovationsförderung ist ein entscheidender Unterschied. China verfolgt eine erfolgreiche strategische Industriepolitik.

Der chinesische Weg: Fokus und Top-Down-Strategie In China sind Politik, Wirtschaft und Wissenschaft eng verbunden. Innovationen werden oft Top-Down durch die Regierung vorangetrieben:

  • Langfristige Planung: Fünf-Jahres-Pläne und Initiativen wie „Made in China 2025“ geben klare strategische Ziele vor.

  • Gezielte Investitionen: Der Staat investiert massiv in Forschung und Entwicklung (F&E). Fördergelder werden gebündelt in strategische Hightech-Branchen gelenkt, die für die technologische Autarkie des Landes wichtig sind. Dazu gehören vor allem die Chip-Industrie, die E-Auto-Branche und Robotik.

  • Fokus: China setzt sich ambitionierte, aber fokussierte Ziele, anstatt sich zu verzetteln.

Der europäische Weg: Co-Investment und neue Schwerpunkte

In Europa und Deutschland zeigt sich ein Trend, stärker auf private Investments zu setzen und die Co-Investition zwischen öffentlichem und privatem Kapital zu fördern (Venture Capital). Der Fokus der Förderung liegt zunehmend auf:

  • Deep Tech und digitaler Innovation
  • Grüne Technologien und Klimaschutzinnovationen.
  • Stärkung der digitalen Souveränität in Bereichen wie Cybersicherheit und digitaler Infrastruktur.

Alexandra Stefanov sieht hier eine Entwicklung, bei der privaten Kapitalgebern mehr Kompetenz bei der Auswahl der richtigen Innovationsthemen zugetraut wird.

Handlungsaufforderung: Fördermittel in Deutschland nutzen!

Trotz der im europäischen Kontext verankerten Förderprogramme und der erwähnten Trends besteht in Deutschland ein massives Problem bei der Nutzung der verfügbaren Fördermittel. Christopher Nigischer betont:

„Mein Plädoyer wäre ja nutzt mehr Fördermittel. Dann ist die Finanzierung für Innovation schon mal erheblich leichter. Und in Deutschland tun das eigentlich nur 20 % der anspruchsberechtigten Unternehmen.“

Hier bleibt eine große Chance für die Finanzierung von Innovationen ungenutzt. Deutsche Unternehmer werden ermutigt, sich aktiv über die bestehenden Fördermittel zu informieren und diese stärker in Anspruch zu nehmen.

💡 Die 3 wichtigsten Impulse für deutsche Unternehmen

Um mit dem globalen Innovationstempo Schritt halten zu können, gibt Alexandra Stefanoff folgende konkrete Ratschläge:

  • 1. Innovationskultur fördern: Bauen Sie eine Unternehmenskultur auf, die Experimentieren erlaubt und schnelle Lernzyklen ermöglicht, um mit disruptiven Technologien wie KI und Automatisierung Schritt zu halten.

  • 2. Gezielte Investitionen: Investieren Sie gezielt in Schlüsseltechnologien und gewährleisten Sie eine kontinuierliche Weiterbildung Ihrer Mitarbeitenden, um digitale Kompetenzen aufzubauen.

  • 3. Agilität leben: Führen Sie agile Methoden und flexible Organisationsstrukturen ein. Leben Sie Agilität, anstatt sie nur als Buzzword zu verwenden. Schnelle Reaktionsfähigkeit auf Marktveränderungen ist entscheidend.

Und wie geht es für dich weiter?

💡 Verpasse deine Chance nicht! Lass uns gemeinsam checken, ob dein Unternehmen förderfähig ist. 📩 Hast du Fragen oder willst du direkt durchstarten? Schreib uns oder buche ein Erstgespräch. ✍️


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